Beteiligungen

Sonderprogramm IHK-Unternehmen

Wissen zum Sonderprogramm „Mehr Eigenkapital für Wachstum und Nachfolge“ (unterstützt durch IHK´s NRW)

Die stille Beteiligung:

Als stiller Gesellschafter hält die KBG NRW keine Anteile am Unternehmen, die Unternehmer bleiben „Herr im Haus“. Die KBG nimmt auch keinen Einfluss auf die laufende Geschäftsführung. Sie verfolgt lediglich die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens durch Vorlage der Bilanzen und vierteljährlicher Auswertungen. Nur Geschäfte von besonderer Bedeutung bedürfen der Zustimmung der KBG NRW.

Mitspracherechte der KBG NRW

Zustimmungspflichtige Geschäfte von besonderer Bedeutung sind insbesondere:

  • Änderung der Rechtsform oder des Gegenstandes des Unternehmens; Änderungen in den Gesellschaftsverhältnissen oder der Geschäftsführung des Unternehmens,
  • Einstellung oder Verlagerung des Betriebes oder von wesentlichen Betriebsteilen; außergewöhnliche Erweiterung oder Einschränkung des Geschäftsumfangs; Erwerb anderer oder Beteiligung an anderen Unternehmen; Abschluss, Aufhebung oder Änderung von Unternehmensverträgen,
  • Veräußerung oder Belastung von Grundstücken sowie grundstücksgleichen Rechten oder von sonstigen wesentlichen Vermögenswerten des Beteiligungsnehmers,
  • Übernahme von Bürgschaften für Dritte oder Gewährung von Darlehen im Verhältnis zur Unternehmensgröße nicht unerheblichem Umfang.

Antragsteller/Beteiligungsnehmer

Beim durch die Industrie- und Handelskammern NRW unterstützten Angebot „Mehr Eigenkapital für Wachstum und Nachfolge“ können gewerbliche Unternehmen aus Handel, Dienstleitung und Industrie, die sich für die Zukunft aufstellen oder die Nachfolge regeln möchten (Übergeber/Übernehmer), Beteiligungsanträge stellen.

Wirtschaftliche Eigenmittel

„Wirtschaftliche“ Eigenmittel des Betriebsnachfolgers können neben vorhandenen baren Eigenmitteln sein:

  • nachrangige Verkäuferdarlehen
  • Eigenkapitalersatzdarlehen
  • nachrangige Drittdarlehen („Friends and Family“)
  • Mittel aus dem Programm „ERP-Kapital für Gründung“ der KfW

Zum bilanziellen wirtschaftlichen Eigenkapital bestehender Betriebe zählen:

  • Stammkapital, Gewinn-/Verlustvorträge
  • Salden aus Gesellschafterverrechnungskonten
  • Gesellschafterdarlehen
  • andere nachrangige Finanzmittel

Höhe der stillen Beteiligung der KBG

Die Höhe der stillen Beteiligung der KBG NRW orientiert sich an den vorhandenen wirtschaftlichen Eigenmitteln des Betriebsnachfolgers bzw. am bilanziellen wirtschaftlichen Eigenkapital des Unternehmens nach folgender Staffelung:

  • EK bis T€ 25 KBG-Beteiligung T€   25
  • EK T€ 25 bis T€ 50 KBG-Beteiligung T€   50
  • EK T€ 50 bis T€ 75 KBG-Beteiligung T€   75
  • EK T€ 75 bis T€ 100 KBG-Beteiligung T€ 100
  • EK T€ 100 bis T€ 125 KBG-Beteiligung T€   125
  • EK T€ 125 bis T€ 150 KBG-Beteiligung T€   150
  • EK T€ 150 bis T€ 175 KBG-Beteiligung T€   175
  • EK T€ 175 bis T€ 200 KBG-Beteiligung T€ 200

Soll eine stille Beteiligung > T€ 200 beantragt werden, so kann die individuell mit
 der KBG NRW besprochen werden.

Weitere Kosten

Neben den vertraglich vereinbarten Entgelten für die KBG (Festentgelt, Gewinn abhängiges Entgelt) und Bürgschaftsbank (Garantieprovision) entstehen keine weiteren Kosten. Lediglich bei vorzeitiger Vertragskündigung hat der Beteiligungsnehmer zusätzlich für jedes angefangene Jahr, um das sich die Vertragslaufzeit verkürzt, 0,5 % des gekündigten Beteiligungsbetrages zu zahlen.

Kündigung des Beteiligungsvertrages

Um eine Anerkennung als bilanzielles wirtschaftliches Eigenkapital zu gewährleisten, ist eine Mindestvertragslaufzeit von fünf Jahren notwendig. Danach kann die Beteiligung durch das Unternehmen unter Einhaltung einer Frist von zwölf Monaten ganz oder teilweise gekündigt werden. Die KBG kann die Beteiligung nur aus wichtigem Grund ganz oder teilweise kündigen.

Dauer des Beteiligungsvertrages/Rückzahlung der Beteiligung

Die Vertragslaufzeit beträgt zehn Jahre, ab dem sechsten Jahr erfolgt eine Rückführung in fünf gleichen Jahresraten. Es erfolgt eine Rückzahlung zum Nominalwert der Beteiligungssumme (kein Aufgeld o. Ä.).

Kombination von stillen Beteiligungen mit anderen Finanzmitteln

Stille Beteiligungen der KBG NRW können mit Finanzmitteln von Hausbanken, Förderdarlehen der KfW/NRW.BANK und Ausfallbürgschaften der Bürgschaftsbank NRW kombiniert werden. Zu beachten sind folgende Besonderheiten:

  • ERP-Kapital für Gründung (KfW):

Eine Kombination mit Mitteln aus diesem Programm ist möglich. Die KfW erkennt die KBG-Mittel aber nicht als „Eigenkapital“ des Betriebsnachfolgers i. S. der Zugangskriterien zum Programm an.

  • Startgeld (KfW):

Eine Kombination mit Mitteln aus diesem Programm ist im Rahmen des zulässigen Höchstbetrages der Fremdmittel (T€ 100 je Gründer) möglich. KBG-Mittel gelten nicht als
 „Eigenkapital“ des Betriebsnachfolgers.

Vorteile der stillen Beteiligung

  • Beteiligungskapital mit eng begrenzten Mitspracherechten ohne Einmischung in
 die Geschäftspolitik des Betriebes
  • keine Aufnahme von „echten“ Gesellschaftern, alle Kapitalanteile verbleiben
 beim/bei den Unternehmer/n
  • Optimierung der Finanzierungs-/Bilanzstruktur, somit tendenziell bessere
 Ratingeinstufung
  • keine Stellung von Sicherheiten (diese können für Bankkredite genutzt werden)
  • verbesserter Zugang zu weiteren Kreditfinanzierungen
  • Mittel stehen langfristig zur Verfügung

 

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